Nachruf oder kritisch-hyperbolische Krankenhauspoesie
Morg’ um Morgen getrieben von Müdigkeit.
Morg’ um Morgen der Menschen fiese Visage.
Tag um Tag wilde Ruhe und Gelassenheit.
Tag um Tag die Schmach und die Blamage.
Voran ging ich in kleinen Schritten,
oft schneller von des Menschen Tritten.
Zorn und Freude gebrandmarkt in der Seele.
Mit Gottesfurcht gewappnet, vertrauend in die Pläne.
Tag ein Tag aus ein Heer von Kranken,
von welchen einige zum Tode wanken.
Der Geist ging oft verloren hier,
oft fragte ich, welch’ Schicksal mir.
Die Zeit verging, Rat kam beständig,
mit weiser Erkenntnis, dies Haus ist elendig.
Kein solch’ Ort der Menschenheit war mir bekannt,
so dauertste’ Tempus, bis ich’s verstand.
Doch wahrlich die Zeit brachte Rat,
all das gefiel, was ich hier tat.
Zwar Streunen nur Gauckler und Philister dort,
doch ich gehöre zu ihnen mit Arbeit und Wort.
Vorhanden zwei Gruppen, einander getrennt,
musst ich gar mitteln, zu beiden bekennd’.
Die Erinn’rung wird bleiben, das ist gewiss,
mit Gutem und Schlechtem in Herz und Gedank’,
glaubts doch, ich schwörs’, dass ich ein’ges vermiss.
Ihr werdets kaum merken, wie schnell ich verschwand.